Bundespräsident Gauck:
Wir brauchen ein neues Muster für lange Lebensläufe


Bei der Eröffnung der Ausstellung Dialog mit der Zeit in Berlin appellierte Joachim Gauck laut Süddeutscher Zeitung (1.4.2015) an die Politik, Strategien für eine Zeit zu entwickeln, in der die Mehrheit der Bundesbürger älter als 65 sein wird. Damit wird für das Jahr 2040 gerechnet.

Ein 70-Jähriger könne inzwischen so fit sein wie ein 60-Jähriger früherer Generationen. 50-Jährige seien heute auf einem „Hochplateau“ ihrer Kräfte und in der Lage, sich noch einmal neu zu orientieren. Vorausgesetzt, sie seien bereit, immer weiter zu lernen und sich von linearen Berufs- und Beförderungsmustern zu verabschieden.

In unserer schrumpfenden Gesellschaft komme es auf die Güte der Bildung und die Entwicklungschancen jedes Einzelnen an. Und, so der Bundespräsident laut SZ, wer spätere Verteilungskämpfe vermeiden wolle, müsse rechtzeitig in den Dialog der Generationen eintreten und aushandeln, wie Lasten zu verteilen seien. Als Beispiel nannte Gauck die Situation der 30-50-Jährigen, die „mit Kindern und Karriere systematisch überfordert“ würden. Ältere könnten hier entlasten und etwa länger in den Betrieben bleiben. Viele hätten ein großes Bedürfnis, gebraucht zu werden und etwas beizutragen.

Sehen Sie dazu unser Video-Interview mit Prof. Dr. Heribert Prantl zu seinem Buch "Schwarz Rot Grau. Altern in Deutschland" -> Zum Film


Arnsberg organisiert Annäherung zwischen jungen u. älteren Menschen

In der nordrhein-westfälischen Stadt mit 74.000 Einwohnern kümmert sich eine eigene Fachstelle 'Zukunft Alter' um Konzepte dafür, wie ältere Menschen besser am Leben im Ort teilhaben können.

Laut Süddeutscher Zeitung gehören zu dieser Fachstelle eine Sozialpädagogin, ein Geograf sowie eine Palliativ- u. Pflegeexpertin. Angestoßen wurde so z.B. die regelmäßige Begegnung zwischen den Kindern der Kita "Kleine Strolche" u. den Bewohnern des Seniorenheims "Zum Guten Hirten". Seit 7 Jahren sind beide Institutionen Partner, die sich alle 2 Wochen besuchen u. zusammen basteln, backen, singen u. spielen. "Bei dem Projekt geht es darum, die Alten und Demenzkranken aus der Einsamkeit zu holen u. die Jungen mit dem Alter vertraut zu machen", schreibt Laura Hertreiter in der SZ.

Arnsberg scheint auf vielen Gebieten ein Gespür dafür zu haben, was Jung und Älter zusammenbringt. Bundespräsident Joachim Gauck machte sich jetzt vor Ort ein Bild und lobte die Einstellung der Arnsberger, die Herausforderungen des demografischen Wandels - unsere Gesellschaft wird immer älter - anzunehmen und zu gestalten statt zu jammern.


Demografietagung in Berlin

Die Deutsche Gesellschaft für Demographie/ Arbeitskreis 'Städte und Regionen' diskutierte auch in diesem Jahr über Perspektiven der Regionalentwicklung in schrumpfenden Regionen.
-> Mehr

Über die Tagung im vergangenen Jahr hatten wir in Zusammenarbeit mit Wohnen-fuer-morgen.de in einem Video-Beitrag berichtet.
-> Zum Film über die Demografietagung 2013 in Berlin


Städtebauliche Dichte vor Ort erleben

Im Rahmen der 6. Architekturwoche München führten Michael Hardi und Monika Sertl vom Planungsreferat der bayerischen Landeshauptstadt zu ausgewählten Bauquartieren. Dabei ging es um die Frage, wie viel Dichte die Stadt vor dem Hintergrund eines prognostizierten Zuzugs von 200.000 Menschen bis 2030 verträgt. Von welcher Dichte profitieren die Bewohner? Welche Dichte wird als problematisch empfunden? Eine Dokumentation im Film von Susanne Kihm.


Trotz Seheinschränkungen im Alter selbstständig bleiben

Stolperfallen in Wohnung und Verkehr, Fahrpläne in Miniaturschrift, unleserliche Behördenformulare, eine nicht entzifferbare Tageszeitung - Senioren mit Sehbehinderungen stoßen im Alltag überall an Grenzen. Durch die schwindende Sehkraft fühlen sich die Betroffenen häufig in ihrer Selbst-
ständigkeit eingeschränkt. Rückzug u. Isolation drohen.

Wie ein altersgerechtes Wohnumfeld u. veränderbare Schriftgrößen in Informationsmedien helfen können, möglichst lange ein selbstständiges Leben im gewohnten Umfeld zu erhalten, diskutierten Prof. Ursula Lehr , Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) u. ehemalige Bundesfamilienministerin, sowie weitere Experten bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Fachtagung Sehen im Alter am 27. Juni 2014 in Bonn.



Film
zur Demografiestrategie der Bundesregierung


Gleichwertige Lebensverhältnisse mit Zukunftschancen für die Bewohner aller Regionen Deutschlands zu gewährleisten – ein Staatsziel, das angesichts des demografischen Wandels ganz neue Anstrengungen erfordert. Wirtschaftlich starke Regionen ziehen Zuwanderung an, wodurch Wohnraum tendenziell knapp wird und die öffentliche Infrastruktur an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Regionen im eher abgelegenen ländlichen Raum schrumpfen dagegen. Welche Probleme damit einhergehen und welche Konzepte und Maßnahmen erforderlich sind, um diesen Schrumpfungsprozess im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung aktiv zu gestalten, zeigte eine Tagung der Deutschen Gesellschaft für Demografie (DGD) am 5. u. 6. Dezember 2013 in Berlin.



Zum Welt-Alzheimer-Tag:
Mediation - Anti-Aging für's Gehirn


-> Audio-Beitrag von Susanne Kihm
zu einem Interview mit dem
Göttinger Neurobiologen Prof. Gerald Hüther


Vor 3 Monaten hatte eine Studie des Stockholmer Karolinska Institut Schlagzeilen gemacht, wonach jetzt erwiesen sei, dass das menschliche Gehirn bei der Geburt keineswegs ausgewachsen ist. Täglich werden neue Zellen gebildet - also im Normalfall ein Leben lang. Die Folgen von Atombombentests bis 1963 waren den Stockholmer Wissenschaftlern bei ihrem Nachweis behilflich.

Bereits in unserem Interview vom März 2012 zum Thema Mediation ging der Neurobiologe Hüther davon aus, dass das menschliche Gehirn bis ins hohe Alter neue Fortsätze bilden kann. Wer sich für etwas begeistere, setze damit eine Art Düngungsprozess für die neuronalen Verschaltungen in seinem Gehirn in Gang. Begeisterungsfähigkeit sei damit wahrscheinlich - so Hüther wörtlich - die "allerbeste Prophylaxe gegen Altersabbau und das, was wir heute so alles als Demenz bezeichnen".



Neu: Wohnen-fuer-morgen.de

Vision50plus.de veröffentlicht künftig Video-Beiträge und Nachrichten zum Thema 'Wohnen in Zeiten des demografischen Wandels' in einem eigenen Internetportal. Unter der Adresse Wohnen-fuer-morgen.de steht ab sofort ein Film zum Abruf bereit, in dem die ehemalige Münchner Stadtbaurätin und heutige TU-Professorin Christiane Thalgott über ihre Vorstellungen von Stadtplanung unter den neuen Vorzeichen spricht. Angeregt wurde der 14-Minuten-Film durch den Artikel "Der demografische Wandel und seine Anforderungen an den Städtebau", den Thalgott für den Katalog zur Ausstellung 'Netzwerk Wohnen - Architektur für Generationen' des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt a.M. verfasst hatte.


Sozialraumorientierte Unterbringung und Versorgung ist Modell der Zukunft

Michael Groß, Caritas-GF im Kreis Nürnberger Land, plädiert im SZ-Interview dafür, ältere Menschen auch dann in ihrem gewohnten Umfeld zu lassen, wenn sie Unterstützung benötigen. Diese sei über "vertraute Netzwerke" zu organisieren. Unerlässlich sei ein Ausbau der ambulanten Pflege und Hilfe. Ambulant betreute Wohnformen kosteten weniger als Heime und sorgten für ein höheres Maß an Zufriedenheit. Und Ältere, die zufrieden und selbstbestimmt lebten, so Groß, blieben sowohl mental als auch körperlich fitter, hätten also über die Jahre gesehen weniger Hilfebedarf. 'Ambulant vor stationär' bringe auf ganzer Linie Vorteile, nur eben nicht den Heimbetreibern, deren starke Lobby ein Umdenken behindere.


Mit über 100 Pläne für die Zukunft schmieden

Die 2. Hundertjährigen-Studie der Universität Heidelberg hat ergeben, dass 8 von 10 Hochbetagten trotz Krankheiten mit ihrem Leben zufrieden sind und noch viel vorhaben. Nach den Erkenntnissen der Gerontologen zeigt die Mehrheit der befragten 112 Hundertjährigen Lebenswillen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.


Bezahlen, wenn der Patient gesund bleibt

Ein Gesundheitssystem nach dieser Leitlinie empfiehlt der Publizist Kurt Langbein und verweist auf die Erfolge des Modells 'Health Maintenance Organization', das in der Schweiz seit 15 Jahren von privaten Versicherern praktiziert werde. Auch eine älter werdende Gesellschaft könne von diesem Ansatz profitieren, denn der demografische Wandel produziere nicht automatisch eine dramatische Erhöhung behandlungsbedürftiger Krankheiten. Die Zahl gesunder Lebensjahre lasse sich bei vielen Menschen steigern.


Bafög für berufstätige 50plusler

Der Frankfurter Personalberater Dr. Peter Körner hält es angesichts des demografischen Wandels für erforderlich, Älteren finanzielle Anreize zu bieten, um sie für ein nebenberufliches Hochschulstudium zu interessieren. Gerade in den MINT-Bereichen könne ein Zweitstudium notwendig sein, um auf den neuesten Wissensstand zu kommen und bis 67 beschäftigungsfähig zu bleiben, so Körner im SZ-Interview (4.7.13) mit Christine Demmer. Allerdings seien hier auch die Hochschulen gefragt. Sie müssten mehr Studienplätze als bisher (3 %) für Ältere reservieren, außerdem ihre Lehrangebote speziell auf die andere Art des Lernens im fortgeschrittenen Alter zuschneiden. Wenn kontinuierliche Weiterbildung als integraler Bestandteil des Arbeitslebens angesehen werde, verliere der demografische Wandel seinen Schrecken.


Reform des Betreuungsrechts

-> Der Münchner Sozialanwalt Alexander Frey erläutert Defizite , die die jüngste Reform nicht beseitigen wird.


Henning Scherf spricht über einen guten Weg ins hohe Alter
-> Zum Film



10 Jahre Vision50plus.de

Früh um 6 standen am 15.3.2003 die ersten gesprochenen Artikel der SZ-Hörzeitung zum Download bereit. Mit diesem Pilotprojekt, an dem sich die Süddeutsche Zeitung mehrere Monate lang mit Beiträgen aus unterschiedlichen Rubriken beteiligte, startete das Portal Vision50plus.de. Ein neues Bild vom Alter(n) zu befördern, die Chancen dieses Lebensabschnittes in den Mittelpunkt zu stellen, Wege zu einem langen selbstständigen und selbstbewussten Leben und dafür erforderliche Änderungen aufzuzeigen, darum ging es und geht es bis heute.

Informiert bleiben - eine Voraussetzung für Selbstständigkeit. Wenn die Zeitungslektüre selbst mit Brille allzu mühsam wird, könnte die Zeitung im Audioformat älteren Menschen helfen, sich aus ihrem gewohnten Medium zu informieren, so unsere Überlegung damals. Dass die "vorgelesene" Zeitung aus dem Internet auch jüngeren Menschen entgegenkommen würde, einfach weil das "Lesen" so mit anderen Tätigkeiten zu verbinden ist, war für die SZ ein starkes Argument, unser Pilotprojekt zu unterstützen. Vielen Dank an die Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung, die damals in das Projekt eingebunden waren, und vielen Dank insbesondere an Marcus Lindwurm, der diese Idee wie so viele andere durch seine IT-Kompetenz erst ermöglichte.

6 Wochen nach dem Start der SZ-Hörzeitung folgte ein entsprechendes Audio-Angebot der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Vision50plus.de zählt inzwischen über 220.000 Seitenzugriffe jährlich. Wir suchen weiterhin nach Ideen und Konzepten, die ein langes selbstständiges und sinnerfülltes Leben ermöglichen. Der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf lebt diese Vision. Mit ihm sprachen wir bei den Laufer Literaturtagen.
-> Zum Audio-Interview mit Henning Scherf Eine Video-Fassung des Interviews sehen Sie demnächst.

Zum Thema 'Umgang mit Demenz', das Scherf u.a. anspricht, empfehlen wir Ihnen unseren Film zum Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling (2003).



Bildungsministerin Wanka will
lebenslanges Lernen stärker fördern


Die gegenwärtige Bildungsförderung nach jahrzehntealten Maßgaben gehe zum Teil an der Lebenswirklichkeit von heute vorbei, so die CDU-Politikerin im SZ-Interview (15.3.13).
Bereits der 5. Altenbericht der Bundesregierung von 2005 hatte Defizite und Handlungsoptionen dazu aufgeführt. Der Leiter der Kommission, der Heidelberger Gerontologe Prof. Andreas Kruse, empfahl im Video-Interview mit unserem Tochterportal Mediation-und-Unternehmenskultur.de einen Blick auf die Lösungen, die z.B. in Frankreich, Großbritannien und Schweden im Bereich des lebenslangen Lernens praktiziert werden.
-> Zum Video-Interview mit Prof. Dr. Andreas Kruse



Teilzeitrente im Rentenalter soll sich lohnen

Zur Begründung seiner Forderung in der SZ vom 12.3.13 verweist Axel Börsch-Supan, Direktor Max-Planck-Institut für Sozialrecht u. Sozialpolitik in München, auf folgende Rechnung: Die normale Rentenzeit betrage durchschnittlich 20 Jahre, ein Jahr sei also 5 % wert. Man müsse deshalb für jedes Jahr, das man länger arbeite, später eine um diesen Prozentsatz höhere Rente bekommen. Der gesetzliche Aufschlag von 3,6 % sei nicht gerecht und lasse den Anreiz zum längeren Verbleib in der Berufswelt vermissen.

Die Überlegung, Frührentner könnten ihre Stelle für Junge freimachen, hält Börsch-Supan für falsch. Die Älteren nähmen den Jungen keineswegs die Jobs weg. Denn wer aus dem Berufsleben ausscheide, müsse ja schließlich weiter bezahlt werden, nur eben von der Gesellschaft. Dadurch werde Arbeit teurer, weshalb weniger Personal eingestellt werde. Frühverrentung schaffe eher Arbeitslosigkeit insbesondere unter jungen Menschen. Der Zusammenhang sei z.B. in Frankreich zu studieren.



Netzwerk Wohnen.
Architektur für Generationen


Unter diesem Motto zeigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt, in welchen Räumen wir uns ein Leben lang wohlfühlen könnten. Die eine altengerechte Wohnung gibt es nicht, dafür aber Eigenschaften, die jedem potenziellen Bewohner - gleich welchen Alters - entgegenkommen: bodentiefe Fenster, Barrierefreiheit, Flexibilität und angenehme Orte für Begegnungen, so Laura Weissmüller in der SZ (23.2.2013). In Japan, dem Land mit der weltweit ältesten Bevölkerung, arbeite man deshalb an "gemeinsam nutzbaren Dingen", wie Kyôyo-hin übersetzt werde. Im Bereich Wohnen bedeute dies, bereits beim Entwurf an das Älterwerden zu denken. Thomas Jocher spricht von einem "Airbag für die Wohnung". Der Stuttgarter Architektur-
professor und die Sozialwissenschaftlerin Erika Mühlthaler leiten das Projekt Ready, das in einen Mindeststandard für alle Neubauwohnungen münden soll. Alle danach gebauten Räumlichkeiten sollten individuell in zwei Stufen an die jeweilige Situation anzupassen sein.

Der Katalog zur Ausstellung enthält u.a. Beiträge von Andreas Kruse und Christiane Thalgott.



"Wir müssen schon jetzt entscheiden, wie wir einmal leben wollen"

Darauf macht Prof. Eva Grill von der LMU München aufmerksam. In einem SZ-Artikel (21.2.2013) über die "Geheimnisse der modernen Methusalems" heißt es, selbst wer durch eine gesunde Lebensführung ein hohes Lebensalter erreiche, sei darauf angewiesen, dass er nicht nur vom sozialen Umfeld, sondern auch vom Gesundheits- und Pflegesystem aufgefangen werde.



Psychologische Faktoren entscheidend für ein langes Leben

Nach den Erkenntnissen von Daniela Jopp, (Jun.)Professorin an einer New Yorker Universität, spielen die Gene eher eine untergeordnete Rolle. Wer 100 werde, sei i.d.R. optimistisch durchs Leben gegangen und schätze soziale Kontakte, zitiert die SZ (21.2.13) die Psychologin, die u.a. die Zweite Heidelberger Hundertjährigen Studie initiiert hat. Jopp zeigt sich laut SZ fasziniert von der Energie, die Hochaltrige mitbrächten. Es sei wichtig, diese Lebensphase nicht automatisch mit Demenz und Senilität zu assoziieren. Nach ihren Erkenntnissen sind Alte in den USA viel mehr Teil der Gesellschaft. Im Hinblick darauf sieht Jopp einen Vorteil darin, dass in Bewerbungen dort die Altersangabe fehle. Damit solle Diskriminierung verhindert werden. Das Fehlen eines starren Rentenalters helfe ebenfalls. Jopp laut SZ: "Wir verschwenden viel Potenzial, wenn wir die Alten einfach abstempeln, ihre Fähigkeiten und Wünsche nicht berücksichtigen."



Datentunnel - Wege zu einem langen selbstständigen Leben im eigenen Zuhause

AOK Rheinland/Hamburg und Deutsche Telekom testen mit dem gemeinsamen Pilotprojekt Vitalig, wie die Unterstützung durch intelligente Netze von Pflegebedürftigen angenommen wird. Wie die SZ berichtet (20.2.2013), wurden in der niederrheinischen Kleinstadt Goch ältere Menschen mit berührungsempfindlichen Computern ausgestattet, über die sie z.B. direkt mit ihrem Arzt oder Apotheker sprechen können. Eine eingebaute Kamera ermöglicht Blickkontakt. Günter Wältermann, AOK-Chef in der Testregion, misst dem große Bedeutung zu. Bei einem Gespräch mit ihrem Arzt fühlten sich viele Menschen sicherer, wenn sie nicht nur dessen Stimme hörten, sondern auch sein Gesicht sehen könnten, zitiert die Zeitung den AOK-Vertreter.

Laut SZ stellen AOK und Telekom die Computer - für die Testpersonen ebenso unentgeltlich wie die Nutzung der Geräte. Zur Jahresmitte solle eine Software zur Verfügung stehen, die auch die Verwendung bereits vorhandener iPads oder iPhones erlaube. Der Datenverkehr zwischen Ratsuchendem und Ratgeber laufe über besonders sichere, sogenannte "getunnelte" Verbindungen. Für die Telekom ein Markt mit Zukunft, so Axel Wehmeier, Leiter des Geschäftsfeldes Gesundheit, gegenüber der SZ.

Vgl. dazu Prof. Dr.-Ing. Lothar Litz zum Thema Ambient Assisted Living



Paradigmenwechsel bei der Beschäftigung über das Pensionierungsalter hinaus

Die TU München bietet älteren Professoren mit besonderen Verdiensten die Möglichkeit, auch nach 65 weiterzuarbeiten. Diese derzeit 45 "Emeriti of Excellence" werden weiter in die Forschung eingebunden. Wie die SZ (18.2.2013) berichtet, finanziert die Universität das Programm mit 150.000 Euro aus der Exzellenzinitiativen-Förderung. Laut SZ unterstützt die Hochschulabteilung des Wissenschafts-
ministeriums das Programm der TU. Wolfgang Zeitler, Leiter der Abteilung, würde es begrüßen, wenn auch andere Hochschulen mehr Aufwand betrieben, um emeritierte Professoren in der Forschung zu halten.

Dem Argument, ältere Professoren stünden ihren Nachfolgern im Weg, entgegnet TU-Vizepräsident Thomas Hofmann, die Erfahreneren sorgten für Freiräume, indem sie u.a. ihre Netzwerke zur Verfügung stellten, so die Süddeutsche Zeitung.



"Auf dem Werdenfelser Weg"

Unter diesem Titel beschreibt Sven Loerzer in der Süddeutschen Zeitung ein Modell, das Fixierungen von verwirrten Pflegebedürftigen auf ein Minimum reduzieren soll. Mitinitiator ist Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen und in dieser Position auch zuständig für Betreuungsverfahren. Aus Mangel an einschlägigen Kenntnissen gäben viele Richter einem Antrag auf Fixierung fast schon routinemäßig statt. Der "Werdenfelser Weg" setze dagegen auf spezialisierte Verfahrenspfleger, die über Alternativen zur Fixierung wie auch über entsprechende juristische Regelungen Bescheid wüssten, so der Garmischer Richter laut SZ. Mehr in der Ausgabe vom 9.1.2013, S. 38.

-> Mehr zum Betreuungsrecht von Alexander Frey, Fachanwalt für Sozialrecht u. Mitinitiator des forum Pflege aktuell


"Gute Netzwerke in der Kommune sind Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter"

Sagte die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und beauftragte 10 Experten zu untersuchen, was Städte und Gemeinden unternehmen müssen, um zukunftsfähige Gemeinschaften aufzubauen und zu sichern. Das lokale Umfeld habe für den Lebens-
alltag älterer Menschen eine besondere Bedeutung. Damit rückte Schröder ganz ähnlich wie der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf (s.u.) die Verantwortung der Kommunen in den Mittelpunkt.
Auch die 7. Altenberichtskommission der Bundesregierung wird vom Heidelberger Gerontologen Prof. Andreas Kruse geleitet.

Kruse hatte sich zuvor schon im Auftrag der Regierung mit den Potenzialen Älterer im Berufsleben beschäftigt und diese im Video-Interview mit unserem Portal erläutert.

-> Zum Video-Interview mit Prof. Dr. Andreas Kruse


"Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die von uns Älteren erwartet, veränderungsbereit zu sein"

In seiner Eröffnungsrede beim Deutschen Seniorentag sprach sich Bundespräsident Joachim Gauck für eine flexiblere Gestaltung des Rentenalters aus. Jene, die es wollten, sollten länger im Beruf bleiben können. Gauck wörtlich: "Warum, so werden mich meine Urenkelkinder vielleicht fragen, hattet Ihr früher Euer Zusammenleben eigentlich so eingerichtet, dass den Jüngeren oft die Zeit gefehlt hat, und vielen Älteren die Decke auf den Kopf gefallen ist?"

Unter dem Kürzel "pra" äußert sich Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung (4.5.2012) dazu ähnlich, wie bereits vor 4 Jahren in einem Video-Interview mit Vision50plus.de und ermutigt den Bundespräsidenten, bei diesem Thema zu bleiben. Denn auch der Aspekt 'Lebensarbeitszeit' gehöre zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

-> Zum Video-Interview mit Heribert Prantl


Zum Thema 'PflegeWG'

Als Vorstand des Berliner Vereins für selbstbestimmtes Wohnen im Alter e.V. gehörte Annette Schwarzenau zu den Pionieren in Sachen PflegeWGs für Demenzkranke. Am Rande der Fachtagung zum Thema am 23.1.2007 in München erläuterte Schwarzenau wesentliche Merkmale einer privat organisierten PflegeWG. Frau Schwarzenau kann die von Bundesgesundheitsminister Bahr geplante Unterstützung für PflegeWGs leider nicht mehr miterleben. Sie verstarb 2009. Ihre Vorstellungen bleiben aktuell.

-> Zum Video-Interview mit Annette Schwarzenau
(für QuickTimePlayer)


-> Zum Video-Interview mit Annette Schwarzenau
(für FlashPlayer)



'Warnung vor den Panikmachern'

Prof. Dr. Bernd Reuschenbach von der Katholischen Stiftungsfachhochschule stellt in der Süddeutschen Zeitung vom 24.1.12 in Frage, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Zukunft tatsächlich so massiv ansteigen werde wie vom Bundesgesundheitsministerium prognostiziert. Die darauf gründenden Horrorszenarien ließen außer Acht, dass immer mehr Menschen immer gesünder alterten. Reuschenbach verweist auf die Statistiken von 2000 bis 2008. In dieser Zeit sei bei den Männern die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, um 8 Prozent gesunken, bei den Frauen gar um 25 Prozent.

"Die erforderliche Energiewende könnte zu einem großen sinnstiftenden Gesellschaftsprojekt werden!"

So Margarete Bause, Grünen-Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, bei einer Diskussion im Haus der Architektur München. Nachhaltiger Bauen und Wohnen müsse nicht 'Verzicht auf Lebensqualität' bedeuten. Ein Single könne z.B. im Mehrgenerationen-Haus glücklicher werden als in der 120 Quadratmeter-Wohnung ohne soziale Kontakte.
-> Zur Zusammenfassung der Diskussion
im Video



Wegweiser zum lebenslangen Lernen

Lernen ist keine Frage des Alters. Dies belegen u.a. die Studien des Heidelberger Gerontologen Prof. Dr. Andreas Kruse, wonach sich Ältere Wissen lediglich auf andere Art aneignen. Die Arbeitsgemeinschaft lebenslanges Lernen bietet jetzt eine Übersicht zu den Angeboten an Fernstudiengängen




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