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(Hör-)Bücher
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Dr. Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott

Frank Schirrmacher
Das Methusalem-Komplott
erschienen im Karl Blessing Verlag, 2004
Im Herbst 2003, also einige Monate vor Schirrmachers „Das
Methusalem-Komplott“, hatte
Dr. Thomas Druyen sein Buch zur Alterung unserer
Gesellschaft vorgelegt. Unter dem Titel „Olymp des Lebens“
nimmt der Generationen-Soziologe bereits zahlreiche Gedanken aus Schirrmachers
Buch vorweg, nähert sich dem Thema jedoch mit großer
Zuversicht, mit dem Blick für die Chancen eines langen Lebens vieler.
Im Video-Interview mit Vision50plus.de dankt Druyen dem „Methusalem“-Autor
für seinen „medial großen Treffer“, der dem Thema
sehr helfen könne. Er wirft Schirrmacher jedoch eine gewisse Oberflächlichkeit
vor:
Dr. Thomas Druyen
„Ich glaube, als Herausgeber der F.A.Z. – auch in jungen Jahren
das geworden
hat er eine herausragende Begabung, auch in diesem Medienmanagement,
er hat ohne Zweifel Tiefe, er hat einige wichtige Themen wie die Gentechnologie
und anderes auf die Agenda gebracht, und so hat er sich auch diesem Phänomen
gewidmet. Das Einzige, was ich eben mit Oberflächlichkeit meinte,
ist natürlich die Plakativität. Das, was ich kritisiere, was
aber vielleicht gar nicht zu verhindern war, ist diese Marketing-Wendung,
damit es sozusagen ein ‘Knüller’ wird. Der Begriff ‘Methusalem-Komplott’
konterkariert all das, was er letztlich als positives Altersbild darstellt
und was ich eben bewusst ‘Olymp des Lebens’ genannt habe.“
Zum Olymp des Lebens könne das Alter jedoch nur werden, wenn
nicht nur unser Bewusstsein, sondern auch unser Sein, unsere Strukturen
sich änderten:
Dr. Thomas Druyen
„Insofern gibt es überhaupt keinen Zweifel, dass Schirrmacher
etwas Wichtiges geleistet hat. Er ist nämlich der richtige „Gate
keeper“, wie ich ihn nennen würde, ein Mann mit Einfluss, der
eine ganze Gesellschaft mit Nachdruck auf etwas hingewiesen hat, wo wir
jetzt im Grunde alle, die dort tätig sind, nachziehen können.
Aber jetzt geht’s natürlich darum, die Einzelelemente dieses
Phänomens auch auf eine bestimmte Bühne zu bringen, damit –
nicht über Angsterzeugung – eine Bewusstseinsveränderung
stattfinden kann. Das scheint mir wichtig zu sein. Denn sonst haben wir
in Zukunft den Effekt wie bei Roland Emmerich, der jetzt allen Ökologen
und Klimaforschern mal zeigt, wie man’s anders macht, was ich auch
bewundere, das ist ja in gewisser Weise vergleichbar, der sozusagen ein
Endlösungsszenario hier aufbaut. Diese Verängstigung im künstlerischen
Bereich ist natürlich total o.k., aber sie muss gefüllt werden
mit lebbaren und verstehbaren komplexen Alternativen für den Einzelnen,
für die Familie, für alle gesellschaftlichen Bereiche, das muss
man parallelisieren. Und die Gefahr ist eben, dass das Mediale immer nur
das Spektakuläre herausgreift und dass dann eine Welle über
uns hinwegrollt und dass das Altersthema unter Umständen in 6, 7
Monaten keine Rolle mehr spielt. Es war vor eineinhalb Jahren schon einmal
auf der Agenda, eine Zeit lang, über die Rentendiskussion, dann ist
es abgeebbt. Schirrmacher hat’s jetzt gehalten. Wenn es ihm auch
gelingt, weiter die F.A.Z. zu integrieren, die verschiedenen Inseln der
Erkenntnisgewinnung als Netzwerk zur Verfügung zu stellen und damit
auch anderen Zeitungen einen bestimmten Druck vermittelt das zu tun, dann
würde er seine Rolle ganz eindeutig bestimmen und die wäre dann
jenseits allen Zweifels, und die große Hoffnung hab ich noch.“
Weiterere Literaturhinweise:
Nicholas Strange, Keine Angst vor Methusalem.
Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können.
Verlag zu Klampen, Springe 2006
Ernst Kistler, Die Methusalem Lüge Wie mit demographischen Mythen
Politik gemacht wird, Hanser Verlag 2006
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