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![]() Frank Schirrmacher Das Methusalem-Komplott erschienen im Karl Blessing Verlag, 2004 Im Herbst vergangenen Jahres, also einige Monate vor Schirrmachers „Das Methusalem-Komplott“, hat Thomas Druyen sein Buch zur Alterung unserer Gesellschaft vorgelegt. Unter dem Titel „Olymp des Lebens“ nimmt der Generationen-Soziologe bereits zahlreiche Gedanken aus Schirrmachers jüngstem Buch vorweg, nähert sich dem Thema jedoch mit großer Zuversicht, mit dem Blick für die Chancen eines langen Lebens vieler. Im Video-Interview mit Vision50plus.de dankt Druyen dem „Methusalem“-Autor für seinen „medial großen Treffer“, der dem Thema sehr helfen könne. Er wirft Schirrmacher jedoch eine gewisse Oberflächlichkeit vor: „Ich glaube, als Herausgeber der F.A.Z. – auch in jungen Jahren das geworden – hat er eine herausragende Begabung, auch in diesem Medienmanagement, er hat ohne Zweifel Tiefe, er hat einige wichtige Themen wie die Gentechnologie und anderes auf die Agenda gebracht, und so hat er sich auch diesem Phänomen gewidmet. Das Einzige, was ich eben mit Oberflächlichkeit meinte, ist natürlich die Plakativität. Das, was ich kritisiere, was aber vielleicht gar nicht zu verhindern war, ist diese Marketing-Wendung, damit es sozusagen ein ‘Knüller’ wird. Der Begriff ‘Methusalem-Komplott’ konterkariert all das, was er letztlich als positives Altersbild darstellt und was ich eben bewusst ‘Olymp des Lebens’ genannt habe.“ Zum Olymp des Lebens könne das Alter jedoch nur werden, wenn nicht nur unser Bewusstsein, sondern auch unser Sein, unsere Strukturen sich änderten: „Insofern gibt es überhaupt keinen Zweifel, dass Schirrmacher etwas Wichtiges geleistet hat. Er ist nämlich der richtige „Gate keeper“, wie ich ihn nennen würde, ein Mann mit Einfluss, der eine ganze Gesellschaft mit Nachdruck auf etwas hingewiesen hat, wo wir jetzt im Grunde alle, die dort tätig sind, nachziehen können. Aber jetzt geht’s natürlich darum, die Einzelelemente dieses Phänomens auch auf eine bestimmte Bühne zu bringen, damit – nicht über Angsterzeugung – eine Bewusstseinsveränderung stattfinden kann. Das scheint mir wichtig zu sein. Denn sonst haben wir in Zukunft den Effekt wie bei Roland Emmerich, der jetzt allen Ökologen und Klimaforschern mal zeigt, wie man’s anders macht, was ich auch bewundere, das ist ja in gewisser Weise vergleichbar, der sozusagen ein Endlösungsszenario hier aufbaut. Diese Verängstigung im künstlerischen Bereich ist natürlich total o.k., aber sie muss gefüllt werden mit lebbaren und verstehbaren komplexen Alternativen für den Einzelnen, für die Familie, für alle gesellschaftlichen Bereiche, das muss man parallelisieren. Und die Gefahr ist eben, dass das Mediale immer nur das Spektakuläre herausgreift und dass dann eine Welle über uns hinwegrollt und dass das Altersthema unter Umständen in 6, 7 Monaten keine Rolle mehr spielt. Es war vor eineinhalb Jahren schon einmal auf der Agenda, eine Zeit lang, über die Rentendiskussion, dann ist es abgeebbt. Schirrmacher hat’s jetzt gehalten. Wenn es ihm auch gelingt, weiter die F.A.Z. zu integrieren, die verschiedenen Inseln der Erkenntnisgewinnung als Netzwerk zur Verfügung zu stellen und damit auch anderen Zeitungen einen bestimmten Druck vermittelt das zu tun, dann würde er seine Rolle ganz eindeutig bestimmen und die wäre dann jenseits allen Zweifels, und die große Hoffnung hab ich noch.“ Weiterer Literaturhinweis: Nicholas Strange, Keine Angst vor Methusalem. Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können. Verlag zu Klampen, Springe 2006 |
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