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Mobilität
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Senioren – Gefahr im Straßenverkehr?
Prof. Dr. H.J. Kaiser, Psychogerontologe, im Video-Interview mit Vision50plus.de:br>
Vision50plus: Herr Prof. Kaiser,
welches Risiko sehen Sie bei älteren Verkehrsteilnehmern?
Prof. Kaiser: Es geht los mit den Sinnesleistungen….
Vision50plus: Wer soll über
die Fahrtauglichkeit entscheiden?
Prof. Kaiser: Senioren sollten sich selbstkritisch beobachten ….
Vision50plus: Ist ein Führerscheininhaber
verpflichtet, ein auffällig schlechtes Ergebnis beim Test in einem
Fahrsimulator anzugeben?
Prof. Kaiser: Nein, Sie müssen es nicht angeben ... allerdings
...
Vision50plus: Ein gewisses Risiko
bleibt. Sie plädieren dennoch für eine
möglichst lange Auto-Mobilität – warum?
Prof. Kaiser: Wir wissen, dass für uns alle Mobilität in
dieser Gesellschaft wichtig ist…
(Das Interview mit Prof. Kaiser wurde am
16. Juni 2004 am Rande einer Fachtagung im Landratsamt Bad Tölz aufgezeichnet.)
In EU-Gremien denkt man derzeit darüber nach, Führerscheininhaber
ab 65 Jahren alle 5 Jahre einem Seh- und Reaktionstest zu unterziehen.
Wer diesen Test nicht besteht, wäre seine Fahrerlaubnis los.
Der ADAC lehnt eine solche Regelung ab. Wie Prof. Kaiser weist auch der
Automobilclub darauf hin, dass Senioren unterdurchschnittlich an Unfällen
beteiligt sind.
So verursachten nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern 2003
die über 65-Jährigen nur knapp 12 Prozent der Unfälle,
obwohl sie ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. Die 18-24-Jährigen,
die in dieser Region nur gut 7 Prozent der Bevölkerung stellen, waren
dagegen für jeden 4. Unfall verantwortlich.
Vgl. dazu auch:
Rücksicht kommt an
SZ-Verkehrsparlament über Mobilität im Alter/
Experten fordern Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft
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Fahrradfahren ohne (Alters-)Grenzen
Unter diesem Motto bietet das Münchner Projekt Green City ein spezielles Training für Menschen an, die wegen gesundheitlicher
Einschränkungen oder aus Angst vor dem Straßenverkehr ihr Rad nicht mehr zu gebrauchen wagen. Die Teilnehmer
werden individuell von Fachleuten beraten und können die unterschiedlichsten Radtypen ausprobieren, wie z.B.
Räder mit besonders tiefem Einstieg oder Sonderanfertigungen mit zwei Hinterrädern für mehr Stabilität oder
einem Extra-Sitz für Mitfahrer.
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Pfeifendes Lenkrad soll müde Autofahrer wecken
Einschlafen am Steuer verursacht 24 % der Autounfälle. Kleine Metallplättchen
am Lenkrad könnten diese gefährliche Situation verhindern.
Wie 3 Schüler bei Testpersonen im Schlaflabor herausfanden, verringert
sich die Pulsfrequenz, wenn der Mensch müde wird. Die Konzentrationsfähigkeit
schwindet. So suchten die 14-jährigen nach einer Möglichkeit,
den Puls des Fahrers zu messen und kamen auf die Metallplättchen.
Diese nehmen den Puls an der Lenkhand des Fahrers und leiten ihn über
Verstärker zu einem Frequenzmessgerät. Ab einer bestimmten Pulsfrequenz
pfeift das Gerät, der Fahrer wird hellwach.
Hermann Stiegler vom BMW-Werk in Dingolfing: „Eine pfiffige Idee!“
Das Patent gehört Matthias Oberbauer, Mathias Fromberger und Andreas
Huber vom Gymnasium Waldkraiburg im Landkreis Mühldorf.
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Fahrerassistenzsysteme - Hoffnung auf den Führerschein
ohne Verfallsdatum
Autofahren ist gerade für ältere Menschen Voraussetzung
für Mobilität. Mit zunehmendem Alter steigt allerdings die Gefahr,
aus gesundheitlichen Gründen am Steuer zu versagen, z.B. durch Herz-Kreis-Probleme.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Fahrerassistenzsysteme immer mehr an Bedeutung.
Zur Erläuterung dieser Systeme greift
Dr. Gernot Spiegelberg von DaimlerChrysler auf das Modell des „Kuhtaxis“
zurück:
Dr. Gernot
Spiegelberg: Das Kuhtaxi denkt mit
Dr. Spiegelberg:
Die Kuh würde nicht auf Befehl gegen eine Mauer laufen
Bereits realisierte Fahrerassistenzsysteme:
- ABS
Das Anti-Blockier-System ist heute Serienstand in Fahrzeugen
- Tempomat
Ist diese Funktion aktiviert, fährt das Auto ohne Einwirkung auf
das Gaspedal mit der eingestellten Geschwindigkeit. Der Fahrer kann jedoch
jederzeit Gas geben oder bremsen.
- Abstandsradar, „Lane-Departure-Warner“(LDW) u. Verkehrszeichenanzeige
(VZA)
Die LDW-Kameras kontrollieren die Fahrspur, während die Verkehrszeichenanzeige
mögliche Tempolimits erkennen kann, entweder durch eine Bilderkennung
per Kamera oder über eine Funkverbindung mit dem elektronischen Verkehrssignal.
Zusammen mit den Daten des Abstandsradarsensors können sie das Auto
weitgehend selbständig auf Kurs halten. Der Fahrer hat es jedoch
jederzeit in der Hand, die Kontrolle über sein Fahrzeug wieder selbst
zu übernehmen.
Dr. Spiegelberg:
Das System sollte den Fahrer u.U. übersteuern dürfen
Beispiel: Automatische Notbremse (ANB)
ANB könnte schon in naher Zukunft in die Serienfertigung übernommen
werden.
Die elektronische Zentrale des Autos würde dann, wenn ihre Berechnungen
aufgrund der Daten des Abstandsradars eine Kollision als unvermeidbar
einstufen, eine Vollbremsung einleiten. Ein Zusammenstoß würde
so zwar nicht verhindert, die Aufprallenergie aber erheblich reduziert.
Der Fahrer gäbe in diesem Moment jedoch die Oberhoheit über
sein Fahrzeug auf.
Weitere Assistenzsysteme auf dem Weg zum vollautomatischen Fahren wären
in den nächsten 5 Jahren zu realisieren, so etwa die 360-Grad-Umfeldwahrnehmung
durch Kameras, Radar u. Infrarot, deren Koppelung mit elektronischem Gaspedal
sowie elektronisch gesteuerter Bremse und Lenkung bereits heute möglich
sind. (vgl. SZ vom 28.1.04)
Fahrerassistenzsysteme eröffnen also große Chancen zur Unfallvermeidung.
Gilt doch unabhängig vom Alter des Autofahrers:
Dr. Spiegelberg:
Nur 3 % Systemversagen gegenüber 97 % menschl. Versagen
Obwohl also eine noch modernere Technik viel zur Unfallvermeidung beitragen
könnte, sie sehr viel seltener versagen würde als die „Ansteuerungsebene“
Mensch, hätten die Autohersteller das Risiko für solche neuen
Systeme zu tragen. Nur beim Thema „Gurt“ macht der Gesetzgeber
bisher eine Ausnahme von der strengen Produkthaftung:
Dr. Spiegelberg:
Nur beim Gurt wird ein Risiko-Nutzen-Verhältnis von größer
0 akzeptiert
(Die Antworten von Dr. Spiegelberg wurden
im Juni 2003 am Rande einer Veranstaltung des EURO-Forums im Arabella-Hotel
München aufgezeichnet)
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