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Alexander Frey, Sozialanwalt, München
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Pflege-Wohngemeinschaften - die Alternative zum Pflegeheim
Video-Interview mit
Joachim Unterländer, CSU-Landtagsabgeordneter, und
Alexander Frey, Sozialanwalt in München
Bei einem Pressegespräch in München (8.11.05) forderten Unterländer und Frey , es müsse alles getan werden,
um dem Wunsch der meisten Pflegebedürftigen nach Betreuung zu Hause gerecht zu werden. Wo dies nicht möglich sei,
komme als Alternative zum Heim die Pflege-Wohngemeinschaft in Frage.
Alexander Frey:
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Die Betreuung mehrerer Pflegebedürftiger in einer dafür geeigneten Wohnung (PflegeWG) bietet mehr Lebensqualität. Die Kosten müssen
nicht höher liegen als bei der Heimunterbringung, und doch schieben Kranken- und Pflegeversicherung sich gegenseitig die
Verantwortung zu. Joachim Unterländer:
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Dazu auch Alexander Frey:
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Private und professionelle Gründungen von PflegeWGs werden derzeit noch dadurch gebremst, dass Aufsichtsorgane die
mögliche Ausnahme des Heimgesetzes für PflegeWGs nicht gelten lassen wollen. Die sogenannte Experimentierklausel (§ 25 a) des
Heimgesetzes sieht vor, das Heimrecht dort nur eingeschränkt anzuwenden, da in kleinen Betreuungseinheiten geringerer
Regelungsbedarf besteht. PflegeWGs sollten deshalb generell per Gesetz vom Heimrecht ausgenommen werden, so Unterländer.
Er und Frey wollen nicht zuletzt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) mit der Aufgabe betreuen, die
Pflegequalität in privaten und professionellen PflegeWGs sicherzustellen.
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Gegenwärtig steht der Zuschnitt vieler Wohnungen und Häuser der Einrichtung von PflegeWGs noch entgegen. Unterländer
ist sich jedoch sicher, dass ein Umsteuern möglich ist, auch ganz ohne neue Gesetze:
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Auch die Bauwirtschaft brauche einen Mentalitätswandel. Dann sei vieles auch ohne Mehrinvestitionen möglich:
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Mehr zum Thema erfahren Sie im Portal www.PflegeWG.de.
Wie die ambulante Pflege durch mehr Marktwirtschaft auch zum Wohl des Pflegebedürftigen besser zu organisieren wäre,
zeigt z.B. das Bielefelder Modell. Eine Übersicht zu unterschiedlichen Modellen
bietet die schader stiftung.
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Die PflegeWG als neue Alternative zum Pflegeheim
Der Münchner Sozialanwalt Alexander Frey im Video-Interview mit Vision50plus.de
Vision50plus: Herr Frey, in Deutschland werden 611.000 Pflegebedürftige
in 9.200 Heimen betreut - weil ihnen keine andere Wahl bleibt?
Alexander Frey: Fast niemand will in herkömmlichen Heimen leben
Vision50plus: Welche Alternativen gibt es?
Alexander Frey: WGs in Heimen, Betreutes Wohnen oder eigenständige PflegeWG
Vision50plus: Ist die Betreuung in kleinen Einheiten wie den PflegeWGs
nicht viel teurer als in Heimen?
Alexander Frey: Die skandinavischen Länder setzen auf PflegeWGs, weil sie die Folgekosten mit einrechnen!
(Mit Folgekosten sind Behandlungskosten für Wundliegen, Austrocknen u.ä. durch mangelhafte Pflege, hoher Krankenstand des oft
ausgepowerten Personals usw. gemeint)
Vision50plus: Angenommen, bei uns würde sich nun eine große Zahl von Pflegebedürftigen
bzw. deren Angehörigen für die Gründung einer PflegeWG entscheiden - wären dafür genügend geeignete Wohnungen
zu finden?
Alexander Frey: In Ballungsgebieten nur vielleicht etwas teurer, aber auch bei hoher Miete nicht teurer als Pflegeheim
Vision50plus: Wer trägt hier die Kosten?
Alexander Frey: Die Krankenkasse müsste auch hier die Kosten für die Behandlungspflege tragen
Alexander Frey: Die Pflegeversicherung wird nicht ganz reichen. Sie reicht künftig aber auch für den Heimplatz nicht mehr
Vision50plus: In Berlin gibt es bereits um die 100 PflegeWGs -
klappt die Kostenübernahme durch Kranken- u. Pflegekassen dort reibungslos?
Alexander Frey: Einiges muss noch ausgekämpft werden
Alexander Frey: Krankenkassen müssen Behandlungspflege auch in der PflegeWG per Gesetz bezahlen!
Vision50plus: Stichwort Qualitätskontrolle....
Alexander Frey: Qualitätskontrolle wird mit Sicherheit nicht schwieriger als in Heimen
Vision50plus: Warum favorisieren Sie die PflegeWG auch gegenüber
dem Betreuten Wohnen?
Alexander Frey: Man kann Betreuer und Pflegedienst frei wählen und auch wechseln!
Vision50plus: Sie fordern die großen Wohlfahrtsverbände, die bisher viele
Pflegeheime betreiben, auf, sich auch bei den Pflegediensten verstärkt zu engagieren - warum?
Alexander Frey: Nur viele (gute) Anbieter sichern die Wahlmöglichkeit
Vision50plus: Was raten Sie dem, der auch als Pflegebedürftiger menschenwürdig
leben will?
Alexander Frey: Rechtzeitig kümmern - hier wäre eine PflegeWG-Börse eine große Hilfe!
Vision50plus.de hat Freys Anregung aufgenommen und den ersten Schritt hin zu einer solchen Börse getan: unter
der Adresse
www.PflegeWG.de können PflegeWG-Interessierte sich registrieren lassen.
Dieses elektronische "Schwarze Brett" soll die Suche nach Gleichgesinnten erleichtern.
Auch die bayerische Sozialministerin Christa Stewens appelliert an die Wohlfahrtsverbände,
mehr ambulante Hilfen aufzubauen. Die Altenhilfe solle stärker auf Wohngemeinschaften setzen.
(Süddeutsche Zeitung vom 5.11.04)
Man müsse sich jedoch bewusst sein, dass der wachsende Wunsch nach weitgehender Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung
dazu führe, dass es keine zu engen gesetzlichen Vorgaben oder Kontrollen geben könne und dürfe.
Im Hinblick auf die immer beliebter werdenden neuen Wohnformen warnt auch Stewens davor,
"durch staatliche Investitionslenkung Wohnformen zu fördern, die vielleicht schon überholt sind".
(Süddeutsche Zeitung vom 10.12.04)
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