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Andreas Reidl, Agentur für Generationenmarketing
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50plus repräsentiert Hälfte der Kaufkraft der über 14-jährigen
So die Berechnungen des
Instituts für Demoskopie Allensbach. Nach Angaben der
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) besteht zunehmend das Bedürfnis, bis ins hohe Alter selbstständig zu leben. Dafür sei man auch bereit, Geld auszugeben.
"Einige Konzerne haben das wirtschaftliche Potenzial der Zielgruppe erkannt", meint BAGSO-Geschäftsführerin Ursula Lenz.
So bietet z.B. das Mobilfunkunternehmen
Vodafone ein Drei-Tasten-Telefon speziell für Menschen, die auf eine einfache Bedienung Wert legen. Der Geldautomaten-Hersteller
Wincor Nixdorf in Paderborn hat einen Geldautomaten entwickelt, der die Nutzung mit Sprachführung per Kopfhörer erklärt.
Der Inhaber der Agentur für Generationenmarketing in Nürnberg, Andreas Reidl, ist überzeugt, dass die Kaufentscheidung
der älteren Menschen über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet.
(Vgl. dazu das Vision50plus-Video-Interview mit Andreas Reidl in dieser Rubrik
--> "Marketing entdeckt die Zielgruppe 50plus")
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 23.12.04; Münchner Merkur vom 29.12.04
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Marketing entdeckt die Zielgruppe 50plus
Andreas Reidl, Inhaber der
A.GE - Agentur für Generationen-Marketing Nürnberg/ Bad Tölz im Video-Interview
mit Vision50plus.de
Andreas Reidl gründete seine Agentur 1996 und nannte sie damals noch 'Agentur
für Senioren-Marketing'. Damals passte der Name, signalsierte er doch
genau Reidls Absicht, sich von herkömmlichen Werbe-Agenturen und deren
Fokussierung auf die Zielgruppe der 19-49jährigen abzugrenzen. Heute beschreibt
er seine Arbeit eher als Generationen übergreifend und dokumentiert dies
auch im Türschild 'A.GE - Agentur für Generationen Marketing'. Seine Agentur
sei ein klassischer Spezialist, ein Nischenanbieter im Dienstleistungsgewerbe,
so Reidl. Er gehe „tief rein“ in die Zielgruppe 50plus, mit eigenen Marktforschungspartnern,
einer Gruppe von 500 Menschen im Alter zwischen 50 und 80. Diese sogenannten
Senior-Trendscouts sagten seiner Agentur genau, was ihnen gefalle oder
missfalle.
Wünsche
der Zielgruppe 50plus
Dabei sei es wichtig, auch innerhalb der Zielgruppe 50plus genau zu unterscheiden.
50plus ist
eine sehr heterogene Zielgruppe
Und von wegen Technik-Feindlichkeit, nur eben nicht zufrieden mit einer
Technik für Techniker!
Gefragt ist
Bedienungskomfort
(Prof. Ernst Pöppel leitet das Generation
Research Program in Bad Tölz,
Miklós Kiss verantwortet den Forschungsbereich Mensch-Maschine-Interaktion)
Dass die Unternehmen die Zielgruppe 50plus auf der Rechnung haben müssen,
ist für Reidl keine Frage. Bereits heute lebe in jedem zweiten bundesdeutschen
Haushalt eine Person über 50. In den nächsten 20 Jahren werde sich dieses
Verhältnis weiter zu den Älteren hin verschieben. Das seien Fakten, an
denen niemand vorbeikomme, der die Zukunft seines Unternehmens dauerhaft
sichern wolle. Dies gelte trotz der künftig höheren Anforderungen an die
Eigenvorsorge.
Noch geht es
vielen Rentnern gut
Armut gebe es aber auch in anderen Altersgruppen. So seien etwa unter
den alleinerziehenden Frauen deutlich mehr Sozialhilfeempfänger als unter
den älteren Menschen. Fühlbare Änderungen seien erst bei der Babyboomer-Generation
- seiner eigenen - zu erwarten.
Erfreut stellt Reidl fest, dass die TV-Werbung so langsam den Weg zur
älteren Generation findet.
Das reife Gesicht
kann sehr attraktiv sein
Welchen Beitrag A.GE zum allgemeinen Bewusstseinswandel leisten kann?
Seine Agentur habe hier nur wenig Spielraum.
Bewusstseinswandel
ist Anliegen der Stiftung Dialog der Generationen
Reidl ist Geschäftsführer der Stiftung
Dialog der Generationen, als Präsident zeichnet der Generationssoziologe
Hon. Prof. Dr. Thomas
Druyen. Sir Peter Ustinov war bis zu seinem Tod Ehrenpräsident der
Stiftung.
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Märkte u. Marken im Generationenwandel
Unter diesem Motto stand der 2.
Generationen Kongress am 20. u. 21. Mai 04 in Bad Tölz.
Veranstaltet wurde der Kongress vom
FlintCenter und der
Agentur für Generationen-Marketing .
Die ehemalige Bundesfamilienministerin und Altersforscherin
Prof. Ursula Lehr forderte in ihrem Eröffnungsreferat eine neue Stadtplanung, die z.B. Sportstätten für Ältere vorsehen müsse.
Die Verkehrsberuhigung müsse dort an ihre Grenzen stoßen, wo sie ältere Menschen vom Stadtleben ausschliesse. „Fahren können noch viele,
wenn das Gehen schon unmöglich geworden ist“.
Probleme dieser Art seien es auch, die zur Kündigung so manches Zeitungsabonnements führten. Wer allein im 3. Stockwerk wohne und
die Treppen vielleicht nur noch einmal am Tag zum Einkaufen schaffe, könne seine Zeitung oft nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Und wer zahle schon gern für ein regelmäßig gestohlenes Exemplar?
An die Adresse der Tourismusbranche – auch Michael Lambertz, Leiter des Konzernmarketings der TUI AG, war als Referent geladen -
fragte Prof. Lehr, ob denn ältere Singles im Speisesaal eines Hotels unbedingt am Katzenbänkchen sitzen müssten.
Die 73-jährige beklagte auch die „späte“ Öffnung des Frühstücksbuffets. „Wir würden gerne schon um 6 Uhr morgens eine Tasse Kaffee trinken,
ältere Menschen schlafen oft nicht mehr so lange!“ Und ein 5-Gänge-Menü ab 8 Uhr abends sei für Senioren nicht besonders bekömmlich.
Dr. Andreas Heigl, damals noch Analyst der HypoVereinsbank und als Referent zum Thema „Milliardenmarkt Senioren“ geladen, ließ sich von
Vision50plus.de auch Überlegungen zur Altersvorsorge entlocken. Bei Aktien riet er zur Vorsicht:
Dr. Andreas Heigl zur Aktie als Altersvorsorge
Für Fonds und Festgelder gelte ähnliches. Selbst die Immobilie sei nicht ohne Risiko:
Dr. Andreas Heigl zur Vorsorge mit Immobilien
Immobilienfinanzierer wie die HypoVereinsbank als Trendsetter auf dem Markt für neue altengerechte Wohnformen wie etwa die SeniorenWG?
Auch wenn solche Immobilien im Gegensatz zur herkömmlichen Wohnung für die Kleinfamilie auf lange Sicht an Wert gewinnen dürften,
glaubt Dr. Heigl nicht an die Bereitschaft der Banken, eine solche Vorreiterrolle zu übernehmen:
Dr. Andreas Heigl: Immobilienfinanzierer warten auf die „kritische Masse"
Als Realist zeigte sich auch der wissenschaftliche Direktor der
Tertianum Management AG , Prof. Helmut Bachmaier. Das Alter bringe ohne Frage Einschränkungen mit sich, seine Einrichtung
bemühe sich jedoch darum, ihre „Gäste“ zu motivieren, sie durch Bildungsangebote zu fördern.
Seine Vision von einem Tertianum in 20 Jahren?
Prof. Helmut Bachmaier: Leben u. Wohnen optimal organisiert in der Nachbarschaft einer Generationen-Universität
Statt Konflikt der Generationen ein gegenseitiges Geben und Nehmen beim Lernen:
Prof. Helmut Bachmaier zur Generationen-Universität
Die Chance zum harmonischen Miteinander der Generationen sieht auch der Generationen-Soziologe
Dr. Thomas Druyen . Er fordert einen grundlegenden Bewusstseinswandel, eine Wertschätzung des Alters:
Dr. Thomas Druyen: Die Werbewirtschaft entdeckt das große Potenzial der Senioren. Das neue Bewusstsein fehlt ihr.
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