Dr. Oliver Heikaus, DIHK

DIHK weist Wege zu mehr Beschäftigung für 50plus

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Fast ein Viertel der in Deutschland registrierten Arbeitslosen ist älter als 50 Jahre. Der DIHK sieht darin eine immense Vergeudung von Humankapital, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Dabei hätten manche Unternehmen bereits heute Probleme, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden, so Dr. Oliver Heikaus, Leiter des Referats Arbeitsmarktpolitik beim DIHK:


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Einer Umfrage des DIHK zufolge erkennen immer mehr Unternehmen die Zeichen der Zeit und halten ihre Mitarbeiter anstatt sie in den Vorruhestand zu schicken. Wenn aber ältere Arbeitnehmer möglichst lange in den Betrieben bleiben sollen, ist es wichtig, deren Beschäftigungs- u. Innovationsfähigkeit zu erhalten. Daher kommt der beruflichen Weiterbildung eine so große Bedeutung zu:


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Der DIHK bemüht sich plausibel zu machen, dass Weiterbildung eine rentable Investition des Einzelnen darstellt, die die Beschäftigungsfähigkeit erhält und einen gewissen Schutz vor Arbeitslosigkeit bietet. Und auch hier der Hinweis: Wer Lernen bereits in jungen Jahren als Bereicherung empfindet, ist später klar im Vorteil.
Die Motivation Älterer ist nach Heikaus’ Erkenntnissen ungebrochen, sofern die Betroffenen nicht (z.B. wegen schwerer körperlicher Tätigkeit) unter gesundheitlichen Einschränkungen litten oder sich aufgrund verfehlter Anreize gedanklich bereits im Vorruhestand befänden.
Bei Fortbildungsmaßnahmen ist laut Heikaus darauf zu achten, dass Lernen auf Vorrat bei dieser Altersgruppe in der Regel weniger ankommt. Sie lerne dann am besten, wenn sie an bereits gemachte Erfahrungen anknüpfen könne. Gegebenenfalls müssten auch ihre Aufgaben auf ihr Alter hin zugeschnitten werden.


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Das viel zitierte Beispiel des Dachdeckers spreche nicht gegen eine möglichst lange Beschäftigung Älterer:


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Kleinere Unternehmen haben nach DIHK-Umfragen zwar weniger Vorbehalte, ältere Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Sie verfügen allerdings auch über geringere personelle Ressourcen, so dass ihnen eine intensive Beschäftigung mit Fragen der betrieblichen Personalgestaltung u. -entwicklungspolitik kaum möglich ist.

Heikaus sieht deshalb die IHKs als regional verankerte Partner der Wirtschaft in der Pflicht, diesen Ressourcenmangel auszugleichen und kleineren Betrieben entsprechende Hilfestellung anzubieten, etwa um alterstypische Qualifikationsdefizite durch passgenaue Fortbildungsangebote zu beheben. Die IHKs könnten als Informations- und Kommunikationsplattform fungieren und dazu beitragen, dass der Dialog zwischen kleineren Betrieben und Arbeitsagenturen besser gelinge. Hier gebe es noch Berührungsängste. Einige Instrumente der Arbeitsagenturen seien nicht bekannt genug.

Von Entgeltsicherungsregelungen für Ältere geht laut Heikaus eine falsche Signalwirkung aus. Wenn ein Mitarbeiter allein aufgrund seines Alters grundsätzlich mehr verdiene, sei das schön für denjenigen, der Arbeit habe. Wer jedoch Arbeit suche, für den bedeute das Senioritätsprinzip eine weitere Hürde:


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Viele Ältere könnten sich durchaus vorstellen, kürzer zu treten und dafür auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten. Für diese Menschen seien Altersteilzeitmodelle die geeignete Alternative. Darüber hinaus komme auch der Schritt in die Selbstständigkeit in Frage. Unternehmensgründung in einem Alter, in dem Unternehmern sonst die Regelung ihrer Nachfolge empfohlen wird?


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Gerade vor dem Hintergrund zurückgehender Gründeraktivitäten der eigentlich prädestinierten 30- bis 39-Jährigen gewinne die Existenzgründung durch Ältere an Bedeutung. Wenn also das Unternehmertum als Innovationsquelle in Deutschland nicht versiegen solle, seien die unternehmerischen Potenziale Älterer intensiver zu identifizieren und zu heben.

Ältere länger im Berufsleben zu halten kann nach Heikaus’ Überzeugung jedoch nur mit den adäquaten Rahmenbedingungen gelingen:


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Heikaus räumt ein, dass auch die IHKs noch nicht durchgehend auf den Paradigmenwechsel eingestellt sind:


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Pläne für ein Checkheft zur Beschäftigung Älterer nach dem Vorbild der Broschüre für ein familienfreundliches Unternehmen will der DIHK aus der Schublade holen, sobald die Politik den erforderlichen Resonanzboden bietet.


Sehen Sie dazu auch die IHK-Studie Generation Erfahrung




Um die Voraussetzungen für eine längere Berufstätigkeit Älterer zu verbessern, bietet z.B. die Akademie der IHK München im Jahr 2008 folgende Veranstaltungen an:

  • Die älteren Mitarbeiter im Unternehmen
    Meine Möglichkeiten - Meine Erwartungen - Meine Beiträge
    (fand bereits am 26. Februar statt)

  • Talentmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (Info-Veranstaltung)
    Zielgruppe: Unternehmer, Personalleiter, Führungskräfte u. Geschäftsführer (26.5.2008)

  • Talentmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (Info-Veranstaltung)
    Fach- u. Führungskräfte finden, entwickeln und binden
    Zielgruppe: Unternehmer, Personalleiter, Führungskräfte u. Geschäftsführer (23.10.2008)

  • Ältere Mitarbeiter führen
    Zielgruppe: Junge und ältere Führungskräfte, die ältere Mitarbeiter führen (24.10.2008)