Dr. Reinhold Knopp, FH Düsseldorf FB Kulturwissenschaften

Durch freiwilliges Engagement
anderen die Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen


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Wo warten sinnvolle Aufgaben, wenn die Kinder flügge werden oder die Zeit der Berufstätigkeit zu Ende geht? Heute 60-Jährige haben die 68iger-Zeit miterlebt, teils mitgeprägt. Traditionelle Ehrenämter sind für sie nicht mehr attraktiv. Diese Generation möchte - unabhängig von individuellen politischen Einstellungen - auch im "Dritten Lebensalter" frei und selbstbestimmt gestalten. Evangelische Erwachsenenbildung und Diakonie wollen das freiwillige Engagement dieser Menschen durch Fortbildungsprojekte wie den 'Kulturführerschein' unterstützen, so dass ihre Tatkraft und ihre Ideen dem gesellschaftlichen Leben erhalten bleiben.

Der Kulturführerschein setzt an der Schnittstelle von Sozialem und Kultur an. Über 50-Jährige können in diesem Projekt verschiedene Möglichkeiten kulturellen Engagements kennenlernen. Die Kursteilnehmer erhalten methodisches "Handwerkszeug", um ihre eigenen Ideen, andere für Kultur zu begeistern, umzusetzen. Sie erfahren z.B., wie ein "Museum im Koffer" zusammenzustellen ist oder wie sie eine Theatervorstellung mit Menschen besprechen können, die bisher keinen Zugang zum Theater hatten.

Der Kurs zum Kulturführerschein umfasst 10 Seminartage und 6 Exkursionen. Hinzukommen zwei von den Teilnehmern selbst gestaltete kleine Veranstaltungen. Anschließend wird der Führerschein im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung verliehen.

Wenige Minuten vor Beginn der Feier für den 5.Kursjahrgang 2006 fasste der Festredner, Dr. Reinhold Knopp von der Fachhochschule Düsseldorf, gegenüber Vision50plus.de kurz zusammen, worin er die Bedeutung der Kultur für ehrenamtliches Engagement sieht. Auch er, so schickt Knopp, der angehende Sozialarbeiter ausbildet und den Vertiefungsschwerpunkt 'Sozialarbeit im Altenbereich' anbietet, voraus, habe sich umstellen müssen, denn seit einiger Zeit orientiere man sich an den Ressourcen älterer Menschen, anstatt wie früher auf Defizite wie Demenz und Pflege abzustellen. Die Förderung dieser Ressourcen sei eng mit dem Zugang zu Kultur verknüpft, so Knopp.

Herr Dr. Knopp,
warum spielt die Kultur auch in der "Alten"-Sozialarbeit eine so bedeutende Rolle?




Dr. Reinhold Knopp antwortet im Video



Der Kulturführerschein liegt Ihnen noch aus einem anderen Grund am Herzen...



Dr. Knopp antwortet im Video



Eine Ihrer Thesen lautet: Je mehr man über fremde, aber auch über die eigene Kultur weiß, desto eher ist man in der Lage, sich in Konfliktsituationen mit seinem Gegenüber zu verständigen.
Wenn Sie das etwas näher ausführen könnten!




Dr. Knopp antwortet im Video



Vor Dr. Knopps Vortrag zum Thema "Mehr Kultur! Die wachsende Bedeutung von Kultur in der Zivilgesellschaft" sprachen wir mit Sabine Sautter, die das Projekt Kulturführerschein nach Bayern holte und es bis heute leitet.


Frau Sautter,
was vermitteln Sie im Rahmen des 'Kulturführerscheins'?




Sabine Sautter antwortet im Video
(21 Sek.)


Wie kam man auf die Idee zu diesem Projekt?



Antwort im Video
(39 Sek.)


Was erlaubt dieser 'Führerschein'?



Antwort im Video
(41 Sek.)


Worauf kommt es Ihnen dabei besonders an?



Antwort im Video
(46 Sek.)


Hätten Sie noch weitere Beispiele für ein Engagement von Kulturführerschein-Inhaber(inne)n?



Antwort im Video
(42 Sek.)


Angenommen, ein Absolvent stößt später bei einem eigenen Projekt auf Probleme, kann er sich dann wieder an Sie wenden?



Antwort im Video
(36 Sek.)


Bleiben wir beim Thema 'Kosten' - ist die Teilnahmegebühr denn für alle Interessenten erschwinglich?



Antwort im Video
(16 Sek.)


Zur Hürde wird eher ein Mangel an Einsatzbereitschaft, die sich in einem Vorgespräch mit den Bewerbern zeigen muss. Sie verlangen ernsthaftes Engagement, denn die Kursgebühr deckt die tatsächlichen Kosten ja bei weitem nicht. Woher bekommen Sie die nötigen Gelder?



Antwort im Video
(37 Sek.)


Wie von Frau Sautter erwähnt, wird der "Kulturführerschein in Bayern" vom Bayerischen Sozialministerium gefördert. So ließ Staatssekretär Jürgen W. Heike es sich nicht nehmen, den Absolventinnen des Jahres 2006 persönlich zu gratulieren.


Herr Staatssekretär,
Ihnen liegt insbesondere an einem Austausch zwischen jüngerer und älterer Generation. Was kann der 'Kulturführerschein' diesbezüglich leisten?




Staatsekretär Jürgen W. Heike antwortet im Video
(18 Sek.)


Wenn Sie dies noch etwas näher erläutern könnten...



Staatssekretär Heike antwortet im Video
(29 Sek.)