Rolf Praml, Konzernzentrale, Deutsche Telekom

Strategische Konzepte für eine alternde Belegschaft

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Die traditionelle Belegschaft der Deutschen Telekom strebt danach sich einzurichten. Man möchte der altbekannten Arbeit mit altbekannten Kollegen in altbekannten Strukturen nachgehen und hat wenig Sinn für Veränderung. So fasst Rolf Praml aus der Konzernzentrale seine Erfahrungen insbesondere mit älteren Mitarbeitern des ehemals staatlichen Unternehmens zusammen. Sehe sich die Unternehmensleitung nun durch das Marktumfeld zu Veränderungen gezwungen, nutze sie heute gerne die Möglichkeit des Vorruhestands, um den erwarteten Widerstand der Belegschaft zu umgehen.
Mit Vorruhestandsregelungen komme man aber nicht mehr weiter, wenn in absehbarer Zeit - Praml nennt das Jahr 2015 - sehr viel mehr ältere als jüngere Mitarbeiter bei der Deutschen Telekom beschäftigt sein werden. Erste Aufgabe der Personalentwickler sei dann dem Management klar zu machen, dass die Alterung kommen wird. Keine Katastrophe, so Praml, aber eine Herausforderung, die nur zu meistern sei, wenn sie langfristig angepackt werde:


Video-O-Ton Rolf Praml


Telearbeit steht bei den Mitarbeitern der DT nicht allzu hoch im Kurs:


Video-O-Ton Rolf Praml


Für interessant hält Praml das Altersteilzeitmodell der British Telecom:


Video-O-Ton Rolf Praml


Praml weist jedoch darauf hin, dass es für ein gedeihliches Miteinander von Älteren und Jüngeren auch darauf ankommen wird, inwiefern Ältere bereit sind, in ihrer Karriereerwartung etwas nachzugeben, so dass wieder interessante Positionen frei werden. Der bisherige lineare Karriereverlauf führe dazu, dass die jüngeren Mitarbeiter auf "eine Betonschicht von Älteren" stoßen.


Video-O-Ton Rolf Praml


Heute bereits praktiziert werde der 'Check 45': Mitarbeiter in der Mitte ihres Berufslebens erhalten eine Standortbestimmung, die ihnen helfen soll, ihre persönlichen Fähigkeiten und ihre beruflichen Kompetenzen einzuordnen und herauszufinden, wo ihre Interessen und Zukunftschancen liegen. Praml bestreitet nicht, dass einzelne Mitarbeiter sich dadurch völlig neue Wege erschließen. Die Mehrzahl tue sich allerdings schwer mit dem sogenannten 'disruptive development'. Für die DT ein großes Problem, denn die vielen Mitarbeiter, die durch den laufenden Abbau technisch-handwerklich und administrativ geprägter Arbeitsplätze ihren Job verlören, könnten kaum dort eingesetzt werden, wo neue Stellen aufgebaut werden, nämlich im Dienstleistungsbereich. Er höre oft von Mitarbeitern, sie seien schließlich zur deutschen Post gegangen, um Telefone zu bauen und einzurichten, nicht um sie zu verkaufen. Praml zeigt dafür durchaus Verständnis. Zwischen einem Fernmelde-Handwerker und einem Verkäufer im T-Punkt lägen Welten, insbesondere was die Mentalität angehe.

Für alle Mitarbeiter von Bedeutung, aber für ältere besonders wichtig sei das Thema Prävention. Hier will die Deutsche Telekom in Zukunft noch sehr viel aktiver werden, so Praml. 90 Prozent der Älteren sind seinen Angaben zufolge nicht öfter krank als die Jüngeren, zehn Prozent allerdings fielen 30 – 50 Tage im Jahr aus. Die DT wolle deshalb vor allem in den Bereichen Herz-Kreislauf und Skelett/Muskeln verstärkt Präventionsmaßnahmen anbieten. In diesen Bereichen hätten gerade Ältere Probleme. Ziel sei es, die Mitarbeiter künftig z.B. mit Sportangeboten dann zu erreichen, wenn "noch nichts schiefgegangen ist".

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