Dipl.-Soz. Heike Skok, Urbanes Wohnen e.V., München

Frauen im Alter: durch neue Wohnformen finanzielle Defizite ausgleichen

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Älter werden gestaltet sich für Frauen oft schwieriger als für Männer. Warum das so ist und mit welchen Problemen viele Frauen zurechtkommen müssen, darüber referierte Heike Skok bei einer Tagung der Akademie für Politische Bildung Tutzing im September 06. Im Durchschnitt seien Frauen z.B. finanziell schlechter abgesichert als Männer. Viele Frauen verstünden es jedoch, aus der Not eine Tugend zu machen. Sie suchten nach neuen Wohnformen, die ihnen nicht nur eine günstige Unterkunft bieten, sondern auch mehr Gemeinschaft mit Nichtfamilienmitgliedern ermöglichen. Nach Skoks Erfahrungen kommt den Frauen dabei zugute, dass sie sich durch ihre Familienarbeit hohe Flexibilität erhalten und viele Fähigkeiten erworben haben, durch die sie besser ins Älterwerden hineinfinden können. Sie schafften sich frühzeitig Netzwerke, während die Männer plötzlich vom Ruhestand "überfallen" würden und am Ende der Erwerbstätigkeit unvorbereitet vor der Frage stünden, wie sie ihr Leben denn nun gestalten sollten.

In München gebe es schon mehrere alternative Wohnprojekte, so Skok. Besonders aktiv seien drei junge Genossenschaften, die bereits Wohnraum geschaffen hätten:
  • Frauenwohnen eG -> die gerade gebauten 50 Einheiten werden zur Zeit bezogen
  • wagnis eG -> 150 Einheiten, in denen Inter-Generationen-Wohnen praktiziert wird (für neues Projekt in Messestadt Riem werden noch Interessenten gesucht, u.a. für eine Senioren-WG mit eigenem Bad für jeden Bewohner)
  • wogeno München eG -> ebenfalls 150 Einheiten für Inter-Generationen-Wohnen

  • Heike Skok ist selbst Vorstandsmitglied der wogeno und hat die Gründung dieser Genossenschaft miterlebt:


    Video-O-Ton Heike Skok


    Was konkret bedeutet genossenschaftliches Wohnen?


    Video-O-Ton Heike Skok


    ( Wohnen mit mehreren Generationen unter einem Dach ist nicht zu verwechseln mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser der Bundesregierung. Nach Auskunft Hanno Schäfers vom Bundesfamilienministerium wird es sich bei diesen Einrichtungen lediglich um Anlaufpunkte handeln, die allen Generationen offen stehen sollen.)

    Zur Information über genossenschaftliches Wohnen in Bayern empfiehlt Skok den Wohnprojektatlas für Bayern. Diese Seiten habe der Verein Urbanes Wohnen München im Auftrag des Bayerischen Sozialministeriums zusammengestellt. Der Wohnprojektatlas präsentiere die Vielfalt der bereits bestehenden Projekte und weise auch auf neue Initiativen hin. Auf Bundesebene gebe es etwas Vergleichbares leider noch nicht. Die Regionalstellen des Forums für gemeinschaftliches Wohnen e.V. unterstützten jedoch bei der Recherche für andere Bundesländer.

    Zum Thema 'Neue Wohnformen' -> mehr

    Sehen Sie zur Tagung in Tutzing auch unsere Seiten:
  • Seriöse Zahlen zur demografischen Entwicklung eröffnen den Blick auf die Chancen
  • Wohnen im Alter wird Leitthema
  • Pflege muss auch Thema der Männer werden


  • Weitere Themen und Referenten der Tagung:
  • Erfahrungen und Anregungen aus einer WG 50- bis 65-Jähriger - Martemaria Scheunemann, München
  • Leben im Mehr-Generationen-Haus - Marlies Beitz, Vorstandsvorsitzende, WABE e.V., Stuttgart
  • Die SeniorenWG - Dorothea Hoffmeister, Wohnprojekt OLGA GbR, Nürnberg
  • Betreutes Wohnen - Sonja Thiele, SIMBA, Sozialdienst Germering e.V.
  • Senioren und Technik im häuslichen Alltag - Klaus Wuttig, Seniorenforschungsgruppe des interdisziplinären Projekts SENTHA, TU Berlin
  • Mobil und barrierefrei im öffentlichen Raum - Dipl.-Ing. Andrea Rau, TU Kaiserslautern
  • Engagement im Alter - Petra Hüttner, Senioren- und Stiftungsamt, Regensburg
  • Konkretes Engagement im Alter - Marita Gerwin, Seniorennetzwerk der Stadt Arnsberg + Rudi Schmid-Geiger, Jung und Alt gemeinsam, Gemeinde Amtzell


  • Literatur zur Veranstaltung:
  • Volker Schumpelick/ Bernhard Vogel (Hrsg.): Alter als Last und Chance
  • Generationen im Konflikt
  • Meinhard Miegel, Stefanie Wahl, Peter Hefele: Lebensstandard im Alter, Dt. Institut für Altersvorsorge, Köln 2002
  • Ulrike Jureit/ Michael Wildt (Hg.): Generationen
  • Ingrid Zundel: Kommunitarismus in einer alternden Gesellschaft
  • Ralph Skuban: Pflegeversicherung in Europa
  • Clemens Tesch-Römer, Andreas Motel-Klingebiel, Hans-Joachim von Kondratowitz: Lebensqualität im Alter