Prof. Dr. Hajo Weber, IMO/ TU Kaiserslautern

Netzwerke der Automobilindustrie
im Brennpunkt des demografischen Wandels


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Das Netzwerk des Nutzfahrzeug-Clusters Südwest, das von DaimlerChrysler, der TU Kaiserslautern und dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium gegründet wurde, soll auch zur Lösung der Probleme genutzt werden, die durch den demografischen Wandel auf die Beteiligten zukommen. Prof. Dr. Hajo Weber, dessen Institut zur Modernisierung von Wirtschafts- und Beschäftigungsstrukturen GmbH (IMO) mit dem Aufbau des Clusters beauftragt ist, erläutert seine Vorstellungen zu den Möglichkeiten dieses Netzwerkes:


Video-O-Ton Prof. Weber


Problemlösung durch Verzahnung unterschiedlicher Unternehmensbereiche und auch unterschiedlicher Firmen bietet sich für Weber auch an in den Bereichen
  • Mobilität
    Vernetzung von ÖPNV-Angeboten
    Aufbau von Logistik-Netzwerken
    Vernetzung privater Nutzung von Fahrzeugen u. -diensten
    -> pool-sharing u. car-sharing
  • Kunden
    Wohnen, Gesundheit, Einkaufen u. Freizeit
    -> Bereiche verändern sich u. erhalten neue Funktionen

  • Als Beispiel für die bevorstehenden Veränderungen nennt Weber die Mitarbeiter an den Montagebändern eines Automobilherstellers. Die Belegschaft werde in zehn Jahren zum großen Teil aus den gleichen Personen bestehen, die eben nur zehn Jahre älter geworden seien.


    Video-O-Ton Prof. Weber


    Die heutigen Entlohnungsformen sind nach Einschätzung Webers nicht auf älter werdende Belegschaften ausgerichtet. Dies gelte ebenso für die vorhandenen Qualifizierungsmodelle wie auch für die Arbeitseinsatzpolitik der Unternehmen. Hier müssten im Netzwerk dringend neue Ansätze entwickelt werden, um insbesondere die körperliche Belastung für ältere Mitarbeiter zu reduzieren.


    Video-O-Ton Prof. Weber


    Mit der Vorbereitung auf das neue Altersscenario könne man gar nicht früh genug anfangen. Die VW-Tochter Auto 5.000 gehe mit löblichem Beispiel voraus. Dort sei eine wöchentliche Fortbildungszeit von drei Stunden fest vereinbart. Andere Unternehmen hielten sich diesbezüglich noch sehr bedeckt. Vor allem die Zulieferer glauben sich dies nicht leisten zu können, so Weber. Das könne sich bald bitter rächen.
    Das Funktionieren neuer Konzepte sei allerdings an bestimmte Voraussetzungen geknüpft:


    Video-O-Ton Prof. Weber


    Sicher sei nicht jeder Mitarbeiter für den Wechsel zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten zu begeistern. Dennoch zeigt sich Weber optimistisch:


    Video-O-Ton Prof. Weber


    Auch im Hinblick auf den demografischen Wandel voneinander lernen und profitieren. Wenn Webers Vorhaben gelingt, wird das Nutzfahrzeug-Cluster Südwest bald zum Modell für andere.


    Vision50plus.de sprach mit Prof. Weber am Rande des Generation Plus-Kongresses in Bad Tölz. Sehen Sie zu dieser Veranstaltung auch die Beiträge
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