Technik

Japanische Forscher entwickeln Roboter-Anzug für Senioren

Mit Hilfe von Sensoren unterstützt die Montur die Bewegung von Armen und Beinen. Damit können ältere Menschen nicht nur ohne Anstrengung gehen, sondern auch mehr als 20 Kilogramm schwere Gegenstände heben. Sobald die Sensoren auf der Haut elektrische Ströme vom Gehirn zu den Muskeln registrieren, schaltet sich kurz vor der natürlichen Regung der Muskeln die Bewegungsmotorik des Anzuges ein. Die Forscher erwarten, dass Roboteranzüge eines Tages zum wichtigen Bestandteil des täglichen Lebens in Japans rapide alternder Gesellschaft werden. Die Anzüge sollen 2008 auf den Markt kommen.
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Zahnimplantat soll regelmäßige Medikamentenzufuhr gewährleisten

Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik im saarländischen St. Ingbert hat ein Medikamenten reservoir für Backenzahnpaare entwickelt. Die Abgabedosis ist vom Arzt per Fernbedienung zu regulieren. Der große Vorteil des Systems "IntelliDrug" besteht laut Angaben des Instituts darin, dass es permanent im Körper getragen wird, aber jederzeit über den Mundraum zugänglich ist.
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Mit elektronischem Auge sicher rangieren

Die Gefahr, beim Zurücksetzen von Wohnmobilen oder Kleintransportern Menschen zu übersehen und zu verletzen oder Sachschäden zu verursachen, lässt sich jetzt durch eine nachrüstbare elektronische Rückfahrkamera deutlich reduzieren. Sie erfasst den Rückraum hinter dem Fahrzeug in einem Sichtbereich bis 92 Grad vertikal und bis 120 Grad horizontal. Dadurch erhält der Fahrer auf dem Display im Cockpit ein zuverlässiges Bild der Rückraumsituation, die ihm ein entsprechend angepasstes Verhalten beim Rangieren ermöglicht.

Die hoch leistungsfähige Mini-Rückfahrkamera mit integrierter Elektronik ist etwa so groß wie ein Golfball und erreicht den optimalen Wirkungsgrad in einer Anbauhöhe von mindestens 50 bis 60 Zentimeter vom Boden aus. Der Fahrer aktiviert sie durch das Einlegen des Rückwärtsgangs. Mögliche Anbauorte des mit einem Bügelhalter gelieferten elektronischen Auges sind Türen, Dachkanten, der Platz des Markenlogos, die Griffleisten am Kofferraumdeckel oder über dem Nummernschild. Da die Kamera mit bis zu 92 Grad einen sehr großen vertikalen Winkelbereich einfängt, ist auch vom hintersten Punkt am Fahrzeug aus noch der Umgebungshorizont zu sehen. Bei Praxistests wurde diese für das räumliche Sehen äußerst nützliche Orientierungshilfe als besonders wirksam bewertet. Das Sehen übernimmt ein CMOS-Bildsensor, der zusammen mit der Auswerte- und Wiedergabeelektronik in ein komplett abgedichtetes Gehäuse integriert ist. Für die Aufbereitung des Bildsignals und die Wiedergabe auf dem Bildschirm ist damit keine zusätzliche Elektronik notwendig.

Aufgrund der sehr hohen Nachtsicht-Empfindlichkeit kommt der Sensor bei Dunkelheit mit dem Licht des Rückfahrscheinwerfers aus, weitere Lichtquellen sind nicht erforderlich. Fest mit dem Kamera-Gehäuse verbunden ist ein 70 Zentimeter langes Kabel für den Anschluss an das 12-Volt-Bordnetz. Die Wiedergabe des Farb-Bildes kann zum einen über ein bereits im Fahrzeug vorhandenes oder ein im Komplett-Set zusätzlich angebotenes Display (Bildschirm-Diagonale von 12,6 cm) realisiert werden. Für die Verbindung von Kamera und Display ist ein 20 Meter langes Kabel im Lieferpaket enthalten. Das elektronische Auge ist ab sofort im Kfz-Teilehandel erhältlich.

(Quelle: Hella, Hersteller des Produkts)


Sprachgesteuertes Telefonbuch wählt auf Zuruf.

Nach Angaben des Herstellers Dr. Hein GmbH ist das Gerät mit der Bezeichnung
DAISY in der Lage, 50 Telefonnummern zu speichern und bei Zuruf des zugehörigen Namens eine Verbindung herzustellen. DAISY soll mit jedem Telefon zu kombinieren sein.



Ingenieure und Designer müssen umdenken

Bei einer Tagung der Fachgruppe Generationen im FlintCenter Bad Tölz (17.12.03) appellierte der Leiter des GRP, Prof. Ernst Pöppel, an Ingenieure und Designer, sich bei der Entwicklung von Produkten für die Zielgruppe 50plus umzuorientieren.
Auf Formschönheit wolle zwar auch er nicht verzichten, doch im Vordergrund müsse der "anstrengungslose" Gebrauch stehen. "Wir finden uns viel zu schnell mit suboptimaler Technologie ab."
Andreas Reidl von der A.GE Agentur für Generationenmarketing für Generationenmarketing ergänzte, 70 % der bisher für die Zielgruppe 50plus angebotenen Produkte seien mehr oder weniger verbesserungsfähig.
Für Prof. Pöppel ist dabei der Rückgriff auf Hirnforschung und Psychologie unerlässlich. Technik solle es den Menschen leicht machen zu kommunizieren. (Beispiel dazu: die Hörzeitung Anmerkg. d. Red.)
Johannes Hoyer, Fachmann für Medizintechnik u. -design, untersuchte Produkte für ältere Menschen unter dem Aspekt "emotionale Sicherheit". An der "I-Drive"-Technik des neuen BMW aus der 7er-Reihe ließ Hoyer kein gutes Haar. Die 720 Funktionen, die mit dieser Technik anzuwählen seien, könne ein betagter Autofahrer niemals auch nur annähernd nutzen.
Derart viele Wahlmöglichkeiten bedeuteten vielleicht für Jüngere große Variabilität, bei Älteren riefen sie nur Verunsicherung hervor. Ähnlich sei es auch beim PC. Weniger sei hier mehr. Wer sein Radiogerät früher mit einem Knopf an- u. ausschalten konnte, freue sich auch heute über die EINE richtige Bedienung.
Andreas Reidl kritisierte nicht nur die Anbieter von unbefriedigenden Produkten. Er nahm auch die Dienstleister ins Visier. So hätten beispielsweise die Banken die Kommunikation mit dem Kunden aufgegeben und drängten auch PC-unerfahrene Senioren an den Computer. Für viel Geld bauten die Kreditinstitute Datenbanken auf, um Informationen über ihre Kunden zu sammeln, die diese ihnen früher freiwillig ins Haus getragen hätten.